HZA-HB: Erfolgreiche Jahresbilanz des HZA Bremen / über 1,5 Tonnen Kokain sichergestellt/ 3,8 Milliarden Euro Einnahmen/ erfolgreiche Bekämpfung der Schwarzarbeit
Bremen (ots) –
Das Hauptzollamt Bremen legt heute im Nachgang zur bundesweiten
Bilanz des Zolls seine regionalen Ergebnisse vor. Die Statistik für
das Jahr 2025 mit ausführlichen Informationen des Hauptzollamts
Bremen kann digital über [email protected] angefordert
werden.
Drogensicherstellungen und Hafensicherheit
Das Hauptzollamt Bremen hat im letzten Jahr über 1,5 Tonnen Kokain
sichergestellt. Damit liegt die Sicherstellungsmenge nahe an der
Rekordmarke aus dem Jahr 2023 mit 1,8 Tonnen und deutlich über dem
Vorjahreswert mit rund 400 kg sichergestelltem Kokain. Seit dem Jahr
2017 hat der Zoll bereits zum fünften Mal mehr als eine Tonne Kokain
innerhalb eines Jahres in Bremerhaven entdeckt.
Der hohen Sicherstellungsmenge liegt ein Großaufgriff vom 26. Juni
2025 zugrunde, bei dem in einem Seecontainer aus Kolumbien über 1.100
Kilo Kokain geborgen werden konnte. Der mit Kaffee gefüllte Container
wurde vorab aufgrund einer Risikoanalyse des Hauptzollamts Bremen zur
Kontrolle ausgewählt. Tatsächlich könnten dann auch nahe der
Containertür insgesamt 41 wasserfest verpackte Gebinde aus
Kokainpaketen festgestellt werden. Die Art der Verpackung lässt
vermuten, dass die Gebinde auf See hätten über Bord geschmissen und
dort von kleineren Booten geborgen und verdeckt an Land gebracht
werden sollten, einem sogenannten Drop-Off-Schmuggel. Ein zur
Sicherheit zusätzlich durchgeführtes Röntgen des Containers ergab
keine weiteren Feststellungen. Die weiteren Ermittlungen hatte das
Zollfahndungsamt Hamburg aufgenommen. Das Kokain hatte einen
geschätzten Straßenverkaufswert von über 60 Millionen Euro. Aus
ermittlungstaktischen Gründen konnte der Fall erst jetzt bekannt
gegeben werden.
Weiterhin wird bei Schmuggelversuchen die Rip-Off-Schmuggelmethode
angewendet, bei der Schmugglerbanden auf einem Terminal in Südamerika
die Drogen unbemerkt in einem Seecontainer nahe der Containertür oder
einem anderen leicht zugänglichem Versteck ablegen, damit sie in
Europa in einem unbeobachteten Moment schnell wieder aus dem
Container entfernt werden können.
„Der zweitgrößte Containerhafen Deutschlands in Bremerhaven bleibt
wie alle großen Seehäfen weiterhin Einfallstor für den
Rauschgiftschmuggel. Wir führen daher unsere intensiven und
risikoorientierten Kontrollen im Hafen weiterhin konsequent durch“,
erläutert Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamts Bremen und führt
fort „Unsere Sicherstellungserfolge geben unserem Kontrollansatz
recht. Die Anzahl an Kontrollkräften bleibt weiterhin hoch. Natürlich
sind wir auch in einem ständigen Austausch mit den angrenzenden
Hauptzollämtern, den Zollfahndungsämtern und unseren Partnerbehörden.
Die Allianz der Seehäfen zur Bekämpfung des Rauschgiftschmuggels ist
ein weiterer wichtiger Baustein im Kampf gegen den Drogenschmuggel“.
Der Zoll spielt für die Hafensicherheit in den bremischen
Überseehäfen und einhergehend für die Bekämpfung des organisierten
Rauschgiftschmuggels eine zentrale Rolle. Mit seiner EDV-gestützten
Risikoanalyse ist das Hauptzollamt Bremen in der Lage, potentielle
Schmuggelware aus den mehr als 4 Millionen Containern (in TEU), die
jährlich in Bremerhaven umgeschlagen werden, gezielt herauszufiltern.
Das Personal des Zolls für die Kontrollen in Bremerhaven wurde in den
letzten Jahren nachhaltig verstärkt. Mit der neuen Röntgenfläche, die
letzten Sommer in Betrieb genommen wurde, können künftig neben
Seecontainern auch LKWs gescannt werden. Die ohnehin gute
Zusammenarbeit mit den anderen Sicherheitsbehörden und Hafenbetrieben
wurde noch einmal intensiviert.
Seit dem letzten Jahr können insbesondere Hafenbeschäftigte dem Zoll
über eine Telefonhotline verdächtige Vorgänge auf dem Terminalgelände
oder Anwerbeversuche durch Schmugglerbanden melden. Die Rufnummer
0421 5154 7000 ist an jedem Tag rund um die Uhr besetzt. Die
Mitteilungen können anonym erfolgen.
Auch die durch das Hauptzollamt Bremen sichergestellte Menge an
Marihuana hat sich mit 447 kg gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt.
Ursächlich für die hohe Sicherstellungs-menge war ein Einzelaufgriff
durch das Zollamt Bremen im Juni des letzten Jahres. Beamte des
Zollamts kontrollierte einen Seecontainer aus Thailand, der laut
Zollunterlagen mit Kokosnussschalen beladen sein sollte. Der
eingesetzte Zollhund Emma, ein zweijähriger Flat Coated Retriever,
zeigte an den Kartons und den darin befindlichen Folienbeuteln
großes Interesse. Nach Öffnen eines der Beutel kam das aufwendig in
Originalverpackung eingeschweißte Cannabis zum Vorschein. Die
weiteren Ermittlungen hatte das Zollfahndungsamt Hannover übernommen.
Steuereinnahmen
Die Gesamtsteuereinnahmen des Hauptzollamts Bremen sind gegenüber dem
Vorjahr um rund 50 Millionen Euro auf über 3,8 Milliarden Euro
gestiegen. Ursächlich dafür sind um rund 100 Millionen Euro auf rund
1,2 Millionen Euro erhöhte Einnahmen aus Verbrauch- und
Verkehrsteuern.
Die Einnahmen aus den Einfuhrabgaben Zoll und Einfuhrumsatzsteuer
hingegen sanken gegenüber dem Vorjahr leicht um 50 Millionen Euro auf
rund 2,5 Milliarden Euro. Insgesamt liegen die Einnahmen gegenüber
dem Vorjahr im Rahmen der normalen Schwankungsbreite.
„Mit fast 4 Milliarden Euro leistet das Hauptzollamt Bremen weiterhin
einen wichtigen Beitrag zu den bundesweiten Einnahmen des Zolls“,
bewertet Tödter das Ergebnis und stellt klar „Als Partner der
Wirtschaft sorgt der Zoll durch seine modernen Strukturen für eine
schnelle und reibungslose Abfertigung und trägt zum Schutz der
Wirtschaft und Bevölkerung bei.
Produktfälschungen
Der Trend der Vorjahre bleibt unverändert. Weiterhin sind
hochpreisige Markenwaren beliebte Fälschungsobjekte. Insgesamt wurden
durch das Hauptzollamt Bremen über 20.000 gefälschte Produkte im Wert
von fast 1,2 Millionen Euro vom Markt ferngehalten.
„Produktpiraterie unterläuft den fairen Wettbewerb in der
Europäischen Union und gefährdet Arbeitsplätze. Die wesentlich
geringeren Herstellungskosten gefälschter Produkte gehen häufig nicht
nur zu Lasten der Qualität. Nicht eingehaltene Sicherheitsstandards
und die Verwendung von gesundheitsgefährdenden Stoffen bei der
Herstellung von Produktfälschungen stellen zudem für den
Endverbraucher eine Gefahr dar. Der Zoll unterbindet daher im
Interesse der Wirtschaft und der Verbraucher die Einfuhren
gefälschter Produkte“, fügt Tödter an.
Tabakwaren
Die Anzahl der sichergestellten Tabakwaren, die nicht dem
Tabaksteuerrecht entsprechen, hat sich gegenüber dem Vorjahr zum Teil
deutlich erhöht. Die Menge von über 6,2 Millionen sichergestellten
Zigaretten ist wesentlich begründet in einer Großsicherstellungsmenge
von rund 5,6 Millionen Zigaretten, die in einer als Handläufe
getarnte LKW-Ladung im August letzten Jahres aufgefunden wurde. Im
Jahr 2024 wurden mit fast 430.000 Zigaretten deutlich weniger
Zigaretten sichergestellt.
Auch die Sicherstellungsmenge an Wasserpfeifentabak hat sich um etwa
150 Kilo auf über 700 Kilo erhöht. Zudem wurden in Deutschland nicht
verkehrsfähige Snus- und Nikotinbeutel und nicht verkehrsfähige
E-Zigaretten mit einer zu großen Füllmenge an Liquids dem Markt
ferngehalten. Pro Einheit sind maximal 2 ml Füllmenge erlaubt. „Das
Hauptzollamt Bremen hat auch im Jahr 2025 verstärkt Kontrollen in
Kiosken und Shishabars durchgeführt“, erläutert Tödter und ergänzt:
„Die dabei sichergestellten Waren verstoßen nicht nur gegen das
Tabaksteuerrecht, sondern gefährden auch die Gesundheit der häufig
jungen oder gar minderjährigen Verbraucher.“
Bekämpfung der Schwarzarbeit
Die Bilanz der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Bremen
wurde bereits inhaltsgleich am 22. Februar 2026 veröffentlicht.
Im Kampf gegen die Schwarzarbeit blickt das Hauptzollamt Bremen auf
ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück.
Die Ermittlungen der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) führten im
Jahr 2025 zur Einleitung von knapp 3500 Strafverfahren. Damit lag die
Zahl der eingeleiteten Verfahren wieder auf dem Niveau des bisherigen
Jahreshöchstwertes aus dem Jahr 2023 und rund 400 über dem des
Vorjahres.
In Folge der Ermittlungen wurden mit über 660.000 Euro nochmals über
10.000 Euro höhere Geldstrafen als im Vorjahr und insgesamt über 24
Jahre an Freiheitsstrafen ausgesprochen.
Außerdem leitete die FKS über 1.600 Bußgeldverfahren ein und
verhängte rund 830.000 Euro an Bußgeldern.
Die festgestellte Schadenssumme, aus unter anderem nicht gezahlten
Sozialversicherungsbeiträgen, nicht gezahlten Steuern und nicht
gezahlten Mindestlöhnen, beläuft sich auf über 16 Millionen Euro.
Die Anzahl an Arbeitgeberprüfungen hat sich im letzten Jahr mit rund
370 Prüfungen im Vergleich zu 2024 ebenfalls erhöht. Die Prüfungen
erfolgen auf Grundlage eigener Risikoeinschätzung nach dem Grundsatz
„Qualität vor Quantität“. Durch den risikoorientierten Ansatz
konzentriert sich die FKS des Hauptzollamts Bremen zielgenau auf die
generell für Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung besonders
anfälligen Bereiche, wie zum Beispiel das Baugewerbe, den
Gaststätten- und Beherbergungsbereich, das Speditions-, Transport-
und Logistikwesen und Friseur- und Kosmetiksalons.
„Rund 3500 eingeleitete Strafverfahren und eine erneut hohe
festgestellte Schadenssumme von über 16 Millionen Euro im letzten
Jahr zeigen, dass sich der risikoorientierte Prüfansatz der FKS
bezahlt macht“, erklärt Nicole Tödter, Leiterin des Hauptzollamtes
Bremen und fährt fort: „Schwarzarbeit ist Wirtschaftskriminalität zu
Lasten der Allgemeinheit. Sie schädigt unsere Wirtschaft und
gefährdet unsere Sozialsysteme. Der Zoll stellt sich dem durch
zielgerichtete Kontrolltätigkeit und intensive Ermittlungen
entgegen.“
Die Ergebnisse der vorgestellten Jahresbilanz beruhen auf der
engagierten und professionellen Aufgabenwahrnehmung der Beschäftigten
des Hauptzollamtes Bremen, bei denen sich die Leiterin ganz herzlich
bedankt.
Zusatz:
Sollte das Interesse an einer Tätigkeit beim Zoll geweckt worden
sein, können die Modalitäten und Voraussetzungen für eine Bewerbung
unter Zoll.de/Karriere oder auf zoll-karriere.de eingesehen werden.
Der Zoll ist immer bestrebt, engagierte und motivierte Kollegen und
Kolleginnen für eine abwechslungsreiche und sinnstiftende Tätigkeit
einzustellen.
Rückfragen bitte an:
Hauptzollamt Bremen
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Volker von Maurich
Telefon: 0421 5154 – 1026
E-Mail: [email protected]
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Quelle: ots
